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parkplatz harzburg

Wenn wandern Geld kostet

Was war das letzten Sonntag für ein super Wandertag. Bestes Wetter und die Beine spielten auch super mit.

Großparkplatz Nationalpark Bad Harzburg

Zuerst ging es mit dem Auto von Osterode am Harz nach Bad Harzburg zum Großparkplatz Nationalpark. Ich weiß jetzt nicht, wann ich das letzte Mal da geparkt habe, aber damals war es kostenfrei. Jetzt ist man mit 1,00€ pro Stunde dabei.

Das ist wirklich schade, denn der Parkplatz liegt am Ortsrand und ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Teufelsstieg hoch zum Brocken oder einfach nur hoch zum Molkenhaus. Bad Harzburg hat sich in den letzten Jahren in Richtung Freizeitpark entwickelt und daher ist der Schritt, auch hier Gebühren zu erheben keine Überraschung.

Wie lange wird meine Brockenwanderung dauern?

Jetzt steht man vor dem Parkscheinautomat und rechnet. Wie lange brauche ich hoch zum Brocken, dann weiter nach Torfhaus und mit dem Bus dann zurück nach Bad Harzburg? Aus dem Bauch heraus drückte ich am Automaten ab und zu auf das „+“ und zahlte dann 5,50€ für 5 Stunden 30 min.

Höhenmeter auf dem Teufelsstieg ballern

Es ging los. Hoch zum Molkenhaus, entlang der Ecker auf dem Teufelsstieg zur Eckertalsperre, weiter zur Rangerstation Scharfenstein mit einer Kaffeepause und auf dem Kolonnenweg letztendlich auf den Brocken. 12,6km, und 880 Höhenmeter in 2:49h. Also noch voll im Rahmen, die 5,5 Stunden Parkdauer in Bad Harzburg einzuhalten.

Die Entscheidung am Eckersprung

Nachdem wir uns vom Touristensaal im Brockenhotel für immer verabschiedet hatten, ging weiter in Richtung Torfhaus. Nach 40min erreichten wir den Eckersprung. Das Wetter war weiterhin super und die Beine wollten weiter. Da stellte sich die Frage: „Riskieren wir einen Strafzettel in Bad Harzburg und laufen über das Eckertal zurück oder behalten wir den ursprünglichen Plan bei und treffen vermutlich pünktlich am Auto ein?“. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie beim Wandern über Parkgebühren nachgedacht. Dazu aber später mehr.

Wandern > Strafzettel

Die Entscheidung war schnell getroffen: Wir riskieren den Strafzettel. Die verbleibenden 12km zurück nach Bad Harzburg waren in der Zeit bis zum Ablauf des Parktickets nicht zu schaffen.

Der Trail vom Eckersprung in Richtung Eckerquerung war auch schwierig zu laufen, aber dennoch ein Erlebnis. Nach insgesamt 16,1km (Brocken, Eckersprung, Eckertalsperre, Bad Harzburg) im zweiten Wanderabschnitt kamen wir nach den bezahlten 5,5h am Großparkplatz Nationalpark in Bad Harzburg an.

parken bad harzburg

Da war nun der Strafzettel. Dieser ist genau 1min nachdem die Zeit abgelaufen war vom Zeugen 005 erstellt worden. Das macht dann insgesamt 25,50€ Parkgebühren /-strafe für die Brockenwanderung.

Ich hätte ja ….

… einfach von Anfang an 7,5h Stunden wählen sollen und hätte mir dann den Strafzettel gespart. Einfach überzahlen. Die Höchstparkdauer beträgt übrigens 10 Stunden. Wer also z.B. auf dem Brocken übernachten möchte, zieht am besten erst gar kein Ticket.

… einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Osterode am Harz nach Bad Harzburg fahren können und wäre dann gar in die Situation gekommen. Leider dauert das ganze über 2 Stunden und dann später wieder die gleiche Zeit zurück. Ich will an einem schönen Sonntag nicht 4 Stunden in Bus und Bahn sitzen.

… einfach „wild“ beim Radauwasserfall parken können. Das ist nicht so meine Welt. Aber ich kann euch sagen, dass dies einige machen und bei unserem Rückfahrt über Torfhaus standen da einige Fahrzeuge am Rand der Bundesstraße. Um soetwas zu vermeiden gibt es eigentlich diesen Großparkplatz in Bad Harzburg.

Dieser Parkplatz ist irgendwann einmal vom Steuerzahler bezahlt worden und dient/e als Einstieg in die Natur. Nicht umsonst heißt er auch Großparkplatz Nationalpark. Wieso muss der Bürger jetzt noch einmal bezahlen? Sicherlich kostet die Pflege auch Geld, aber bis auf den Parkautomat ist hier nichts investiert worden. Ja, die Kommunen brauchen aktuell jeden Cent. Doch hätte man hier nicht ein anderes System installieren können, das das Erraten der Wanderzeit vermeidet? (wie das Parkhaus in Schierke) Ich bin jetzt nicht komplett gegen Parkgebühren, doch es muss fair bleiben. Ich bezahle gern die tatsächliche Parkdauer und habe dafür einen sicheren Parkplatz.

Kulanz

Abschließend erwarte ich bei einem Parkplatz, der augenscheinlich von Wanderern und FahrradfahrerInnen genutzt wird einfach mehr Kulanz. Bei meinen gebuchten 5,5h nach nur einer Minute den Strafzettel zu erstellen zeigt die fehlende Existenz von Fingerspitzengefühl. Der Parkplatz war auch keineswegs voll. Schenkt den BesucherInnen doch einfach 5-10% Kulanz! Das hätte bei mir nicht geholfen, aber vielleicht bei dem ein oder anderen, der einfach seine Zeit im Nationalpark Harz nicht richtig einschätzen konnte, besonders wenn er gar nicht aus der Harzregion ist. Ich hatte mich ja schon auf den Strafzettel eingestellt und diesen heute bezahlt. Wandern ist halt nicht umsonst.