Über 250km durch die Gipskarstlandschaft im Südharz

Der Karstwanderweg im Südharz ist ein einzigartiger Fernwanderweg, der Dich auf rund 265 Kilometern durch eine faszinierende Gipskarstlandschaft führt. Erlebe eine bizarre Welt aus Höhlen, Dolinen, Erdfällen und Karstquellen, die Zeugnis der wasserlöslichen Gesteine und des ständigen Wandels der Südharz-Region ablegen.
Der Weg erstreckt sich von Bad Grund (südliches Niedersachsen / Landkreis Göttingen) im Westen über Nordhausen in Thüringen bis nach Pölsfeld in Sachsen-Anhalt im Osten und bietet dabei nicht nur geologische Besonderheiten, sondern auch eine reiche Flora und Fauna sowie zahlreiche kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten. Entdecke malerische Dörfer, Burgruinen und erhalte Einblicke in den einstigen Gipsabbau und die Verarbeitung.
Der Karstwanderweg ist hervorragend ausgeschildert und kann in einzelnen Etappen oder als Gesamttour erwandert werden. Er bietet sowohl für geologisch Interessierte als auch für Naturliebhaber und sportlich Aktive ein unvergessliches Erlebnis im Herzen Deutschlands.

265km Wanderweg entlang des Harzes
Der Karstwanderweg ist kein klassischer Fernwanderweg von A nach B. Er hat besonders in Südniedersachsen einige Variationen, Schleifen oder Verbindungswege. Ich werde Dir hier zeigen, wie du dennoch die Wegstrecke als Mehrtageswanderung nutzen kannst und dies teilweise als Wandern ohne Gepäck, da 75% der Strecke sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind.
Der Karstwanderweg als Harzer Fernwanderweg mit 168,5km
Meine Streckenempfehlung durch den Südharz – von Bad Grund nach Pölsfeld
Es hat zwar etwas länger gedauert, aber ich habe jetzt endlich mal den Karstwanderweg von Bad Grund bis hinter Pölsfeld fertig gelaufen. Auch die meisten Schleifen habe ich hinter, wobei ich folgend eine von A nach B Tour für eine Mehrtageswanderung erstellt habe. Die gesamte Wanderstrecke habe ich in 8 Etappe aufgeteilt. Folgend werde ich euch jede Etappe kurz beschreiben und diese auch per Komoot verlinken:
Etappe 1 | Bad Grund bis Osterode am Harz | 27km
Der Karstwanderweg startet am Höhleninformationszentrum oberhalb von Bad Grund. Ich empfehle euch, mit dem Bus (müsste die Linie 460 sein) anzureisen. Ich werde auf der gesamten Strecke KEINE Schleifen laufen, denn die erste wäre schon am Startpunkt hoch zum Albertturm. Die Route führte euch oberhalb von Bad Grund entlang durch den Weltwald und vorbei an der Hilfe Gottes runter nach Windhausen. Wer nach 10km schon genug hat, steigt am Bahnhof Gittelde in den Zug oder in den Bus – Verbindungen nach Osterode, Seesen, Bad Grund. Es folgt der schlimmste Abschnitt des gesamten Wanderweges nach Badenhausen. Wer nach 15km keine Lust mehr hat, kann in Oberhütte direkt an der K421 in den Bus nach Osterode oder Bad Grund steigen. Wer noch fit ist, wandert über Förste nach Osterode am Harz.
Etappe 2 | Osterode am Harz bis Herzberg am Harz | 20km
Es gibt zwei Wege von Osterode nach Herzberg. Ich habe den südlichen Weg genommen. Er hat mehr Highlights und vor allem stört auf der nördlichen Route der Lautstärke der B243. Auf diesem Abschnitt könnte man in Düna (sehr begrenzt) oder Hörden den Bus an Herzberg oder Osterode nehmen.
Etappe 3 | Herzberg am Harz bis Bad Lauterberg | 14,7km
Dieser Abschnitt ist recht kurz. Diesmal ist es die nördliche Route, da diese einfach schöner ist. Die Anstiege / Höhenmeter sind hier nicht zu unterschätzen. Es bleibt genug Zeit für eine Führung durch die Einhornhöhle oder zum Verweilen auf der Burgruine Scharzfels. Wer z.B. in Bad Lauterberg übernachten möchte, muss hier dann auch noch eine gewisse Entfernung einberechnen. Wer die Etappe noch kürzer halten möchte, könnte in Barbis in den Zug nach Herzberg oder Nordhausen steigen. Alternativ wäre auch eine Übernachtung im Hotel Harzer Hof – Scharzfeld.
Etappe 4 | Bad Lauterberg bis Walkenried | 19,6km
Zuerst geht es den Berg hoch und leider etwas parallel zur B243. Im mittleren Verlauf geht es steil runter nach Steina. Nach dem Unterqueren einer Landstraße und dem Überqueren der Bahnlinie kommt man über den Römerstein nach Tettenborn. Der folgende Abschnitt nach Neuhof ist einfach und sehr schön im Bereich der Kranichteiche. Nach einem kurz Anstieg geht es weiter zum Tagesziel Walkenried. Die Orte Tettenborn, Neuhof (Bad Sachsa) und Walkenried haben jeweils eine Bahnhaltestelle.
Etappe 5 | Walkenried bis Rüdigsdorf | 25,7km
Die schwerste Etappe meines Karstwanderweg als Fernwanderweg war für mich dieser Abschnitt. Vorbei an Steinbrüchen, über den Parkplatz der Gedenkstätte Mittelbau Dora geht es südlich durch Niedersachswerfen und weiter hoch über Flehmüllers Eiche zum Aussichtsturm der Rüdigsdorfer Schweiz. Der Turm ist im Prinzip überflüssig, da man auf den letzten 3km bereits einen tollen Blick in den Harz hat. Außerdem waren damals die POIs auf dem Turm falsch beschriftet. An dieser Stelle habe ich den Karstwanderweg verlassen und bin runter nach Rüdigdorf und habe in der Pension Rüdigsdorfer Schweiz gut gegessen und geschlafen. Die Tour könnte mit den Bahnhaltestellen in Woffleben und Niedersachswerfen verkürzt oder aufgeteilt werden.
Etappe 6 | Rüdigsdorf bis Uftrungen | 19,2km
Dies ist ein recht einfacher Abschnitt. Ich hätte mir in Steigerthal ein Café oder einen Biergarten gewünscht, zumal es nach der Ortschaft steil nach oben geht. Nach sehr viel Wald kommt man letztendlich auf einem schönen Trail an der Heimkehle raus und landet nach Niedersachsen und Thüringen jetzt in Sachsen-Anhalt. Wer Zeit in Lust hat, kann hier eine Führung mitmachen oder etwas essen und trinken. Nach Uftrungen ist es nicht mehr weit. Dorf angekommen könnte man mit dem Bus z.B. Berga oder Roßla fahren.
Etappe 7 | Uftrungen bis Großleinungen | 22,0km
Kurz hinter Ufrtungen geht es steil einen Hohlweg hoch und man gerät direkt aus der Puste. Im weiteren Verlauf hat man immer wieder einen schönen Blick in den Süden – ins Leinetal oder auf den Kyffhäuser. Das Highlight dieser Etappe bilden der Bauerngraben und das Questen-Kreuz. Ich habe übrigens in Questenberg die Hauptroute verlassen und habe in Wickerode im Hotel 5 Linden (empfehlenswert) übernachtet.
Etappe 8 | Großleinungen bis Pölsfeld Ziel | 20,3km
Vorab, das Ziel liegt zwar direkt an der Bundesstraße B6, jedoch im Prinzip mitten in der Pampa. Wer hier nicht bereits vorab einen PKW geparkt hat oder abgeholt wird, kommt mit den ÖVM nicht weiter. In diesem Fall müsste man in Pölsfeld bereits die Wanderung beenden. So wirklich verpassen tut man nichts.
Auf dieser Etappe ist mit dem Kunstteich ein schöner Pausenpunkt. Ein Restaurant mit Terrasse, aber auch ein „Badestrand“ laden hier zum Verweilen ein. Bergbauinteressierte kommen dann in Wettelrode auf ihre Kosten. Entweder macht man einen kleinen Schlenker über den Bergbaulehrpfad oder besucht das Erlebniszentrum Röhrigschacht.
Insgesamt führen einige Abschnitte durch gesunden Laubwald und 2 An-/Abstiege sind in diesem Abschnitt enthalten.