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Tourismus im Harz 2013

Quo vadis Harz & Osterode?

Letzte Woche war ich eine Runde in Altenau unterwegs. Ich wollte einfach mal etwas raus und ein Paar Fotos machen. Irgendwie fing ich an, die Farbe aus den Bildern zu nehmen, da einige Motive selber die Farbe aus den Hochzeiten des Harzer Tourismus verloren hatten. Es war auch so im Bergdorf nicht viel los. Ende Februar ist sicherlich keine tolleZeit im Harz, besonders dann, wenn kein Schnee liegt. Daher habe ich mir nun ein Paar Zahlen aus 2013 angeschaut. Zwischendurch gibt’s dann die Fotos aus Altenau.

Tourismus im Harz

Übernachtungen 2013

Die Übernachtungszahlen für 2013 vom niedersächsischen Landesamt für Statistik sind veröffentlicht. Übrigens etwas schneller als unsere Nachbarn aus Sachsen-Anhalt, deren Bericht mit den Zahlen vom September 2013 endet.

Man hat es im letzten Jahr immer wieder gehört: „Der Bekanntheitsgrad des Harzes ist stark gestiegen und man erwartet für die kommenden Jahre mehr Gäste“. Was das nun konkret bedeutet, ist schwer zu sagen. Aber wurde schon fast gejubelt, weil ein Umfrage-Unternehmen den Harz in einer Tabelle nach oben setzt. Das ist so, als würde Standard&Poor’s uns von Double-B (das wäre jetzt meine Einschätzung) auf Triple-A anheben.

Wander-Schild

Ohne Zweifel war aus dem Bauch heraus der Harz 2013 medial sehr gut vertreten. Mehrere TV-Sender statteten unserem Mittelgebirge einen Besuch ab. Wir konnten sogar durch Mr. Clooney einen waren Hollywood-Hype erleben. Dazu berichteten Illustrierte über fiktive Wanderungen durch den Harz.

Bevor ich jetzt hier weiter mache, möchte ich erst einmal das Übernachtuings-Ergebnis aus dem Jahr 2013 hier niederschreiben. Die Quelle ist das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)
und jeder kann auf deren Internetpräsentation selber die Zahlen anschauen.

Gebirgshotel Altenau

Osterode am Harz

Letztes Jahr konnt unsere Kreis- und Fachwerkstadt Osterode am Harz 27.359 Gäste begrüßen. Diese blieben im Durchschnitt 2,3 Tage, so dass 62.908 Übernachtungen verzeichnet werden konnten. Das ganze entspricht einer Bettenauslastung von 22,8%. Was sagt uns das nun? Im Prinzip nur, dass Osterode mit Tourismus gar nicht soviel am Hut hat. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer reicht gerade mal für den Wochenend-Urlaub. Im Vergleich zu anderen Städten und Orten im Harz ist dieser Wert sehr niedrig, vermutlich sogar das Schlußlicht.

Also schauen wir uns im Vergleich das Jahr 2012 an: Hier waren es 65.508 Übernachtungen bei einer Aufenthaltsdauer von ebenfalls 2,3 Tagen. Das entsprach einer Bettenauslastung von 23,1%. Ja, das sind 0,3% weniger. Das hört sich gar nicht so schlimm an. Doch diesen Wert finde ich sehr trügerisch, obwohl er immer gern genannt wird. Viel wichtiger ist doch die absolute Zahl der Übernachtungen, denn hier reden wir von 2.600 weniger Übernachtungen. Setzen wir nun den 2012er Wert auf 100%, dann haben kommen wir auf ein Minus von 4%. Dieser Rückgang erscheint noch negativer, wenn man die Zahlen für Gesamt-Deutschland hinzurechnet, denn hier gab es einen Zuwachs von 1%. Dieser Wert von -0,3% zum Vorjahr entsteht dadurch, dass nicht mehr soviele Betten angeboten wurden, da eine Pension geschlossen hat. Meistens schließen die Betriebe, die sowieso eine Bettenauslastung unter dem Durchschnitt haben. Es macht sich also ganz gut, wenn dieser aus der Statistik fällt. Diese Rechenweise kann sogar dazu führen, dass die prozentuale Bettenauslastung trotzdem weniger Übernachtungen positiv ausfällt. Ich werde gleich darauf zurückkommen.

Glockenberg

Deutschland-Tourismus und Gesamtharz

Der deutsche Inlandstourismus ist 2013 um 1% gestiegen. Hier geht es nicht um die Bettenauslastung, sondern um die reinen Übernachtungen. Es gab wie immer Verlierer und Gewinner. Die größten Zuwächse konnten letztes Jahr die Städte Hamburg und Berlin verzeichnen. Besonders Gäste aus dem Ausland wählten die Metropolen für ihren Urlaub.
Der Westharz verzeichnet einen kleinen Rückgang. Und hier ist es sogar so, dass die durchschnittliche Bettenauslastung leicht erhöht werden konnte, doch bei den absoluten Übernachtungen blieb man hinter dem Vorjahr. Über die Zahlen aus dem Ostharz kann ich leider noch nicht soviel sagen. Aber der Harz-Klatsch berichte auch hier über einen Rückgang, nachdem es in den letzten Jahren immer bergauf ging. Der Zenit wurde scheinbar 2012 erreicht.

Altenau im Harz

Ja, und nun? Wer hat jetzt Schuld? Die Frage ist leicht zu beantworten. Einfach alle. Ich fange unten mal an:

Viele meiner Kollegen scheinen es bis heute nicht verstanden zu haben, dass es nicht reicht, einfach seine Tür zu öffnen und darauf zu warten, dass die Gäste kommen. Heute muss jeder einen Teil des Marketings selbst übernehmen. Es reicht auch nicht, jemanden dafür zu bezahlen, der für einen diesen Part übernimmt. Weiterhin haben viele Gastgeber verpaßt, Ihr Angebot in Schuß zu halten. Es ist gerade für die kleinen Betriebe wichtiger denn je, erwirtschaftetes Geld wieder ins Haus bzw. in das eigene Produkte zu investieren. Die Möglichkeit wäre hier bei der Steuersenkung gewesen.

Als  nächste Stufe sehe ich die Kommune und deren Tourismus-Organisation. Die Geschäftsreise ist natürlich von der Wirtschaft vorort abhängig. Wenn es hier nicht gelinkt, den Standort für Arbeitergeber und -nehmer interessant zu machen, ist hier ein Rückgang kaum abzuwenden. Gerade hier in Osterode am Harz muss diese Tatsache, hervorgerufen durch den demografischen Wandel, in Angriff genommen werden. Eine große Aufgabe. Zweifellos.

Bleiben wir nun bei der Tourismus-Organisation hier in Osterode, dem Verkehrs. Der Name sagt im Prinzip schon alles. Ein Verein mit gewähltem Vorstand .. usw. Diese Institution ist vermutlich an die 100 Jahre alt und ich kann heute nicht so richtig nachvollziehen, was der Verein für einen Sinn und Zweck hat. In den knappen 10 Jahren, in denen ich jetzt hier in Osterode bin, hat niemand auf irgendeine Art und Weise versucht, ein Marketing-Konzept zu erstellen. Die Vorstände werden auch nicht nach Kompetenz gewählt, sondern eher nach … hm … keine Ahnung. Es geht hier darum, dass jedes Stadtdorf seinen Sitz hat. Es darf janiemand benachteiligt sein. Im Prinzip völlig egal, denn der Verein reißt sowieso nichts. Zusammengefasst: Die kommunale Tourismus-Organisation bringt vermutlich nicht einen Gast. Da wären dann noch die städtischen Mitarbeiter. Aber auch hier gibt’s kein Konzept. Gastgeberverzeichnisse und fragliche Anzeigen in Printmedien sind für mich auch recht fraglich.

Auf Kreisebene ist hier mit der Harzer Sonnenseite eine gemeinsame Tourismus-Orga gescheitert … zum Glück hat diese Katastrophe, die den Steuerzahler vermutlich einen 6-stelligen Betrag gekostet hat, nicht überlebt.

Obwohl dieser Beitrag schon etwas wirr ist, kommt jetzt mal ein kurzer Einschub. Ich versuche mal kurz zu beschreiben, welche Aufgabe die Tourismus-Organisationen haben …

Tourismus-Organisationen im Harz

Der Einfluß der TO direkt auf das Produkt bzw. auf die Leistungsträger ist sehr gering bzw. nicht vorhanden. Es kann ggfs. die Infrastruktur angepaßt oder verändert werden, doch die Produktentwichklung obligt im Prinzip nur den Gastgebern. Es gint natürlich noch andere Leistungsträger, doch es geht hier in erster Linie nur um die Übernachtungen. Daraus ergibt sich auch die Problematik der Messbarkeit des Erfolges … und natürlich auch des Misserfolges. Dennoch sind die Übernachtungszahlen ein Indikator zur Bewertung der Arbeit in den einzelnen Regionen.
An oberster Stelle steht natürlich die DZT, die weltweit „Urlaub in Deutschland“ kommuniziert. Danach das Tourismus Marketing Niedersachen, gefolgt vom Harzer Tourismus Verband. Dieser hat hier in der Region Harz eine Sonderrolle, denn kaum eine Urlaubsregion ist in 3 Bundesländer ausgeteilt. Dies ist auch eine Tatsache, die die Vermarktung der gesamten Region erschwert. Für Osterode am Harz wäre dann als letzte Instanz der Osteroder Verkehrsverein, der natürlich für Osterode zuständig ist.

Fortsetzung folgt …

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