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Survivalkurs im Harz

28 Stunden im Harzer Outback überleben

Ok, die 2. Überschrift ist etwas übertrieben, steigert aber sicherlich die Erwartungshaltung beim Leser. Zuerst muss ich die Frage klären, wieso man überhaupt in unserer heutigen Gesellschaft an einem Survival-Kurs teilnimmt. Auch die TeilnehmerIn mussten zu Beginn des Kurses hier ein kleines Statement abgeben. Hierbei wurde öfter der Name Bear Grylls genannt, der auf/bei DMAX eine Art Survival-Doku hat. Man wolle so etwas mal in echt erleben. Ein anderer Teil hatte den Kurs als Gutschein bekommen und war nun gespannt, wozu sie von Verwandten und Bekannten verdonnert wurden. Nein, alle nahmen freiwillig am Kurs teil. Die nächste Gruppe waren Großstadthelden, die bis dato dachten, dass Kühe lila sind und wollten einfach mal das Harzer Land kennen lernen. Die letzte Gruppe fühlte sich schon im Vorfeld der Natur verbunden und wollte hier noch ein kleines Abenteuer hinzufügen. Und ich? Hm, zuerst mal raus aus dem Alltag und rein in die Natur. Ich hatte sogar mein Mobiltelefon zu Hause gelassen. Dann habe ich im Prinzip vor 20 Jahren als Panzergrenadier ähnliches gemacht. Heute wollte ich das ganze mal freiwillig erleben.

Treffen war am Samstag um 10:00Uhr. Nachdem es die letzten beide Tage geregnet hatte, erwartete mich am Mühlenteich in Lerbach super Wetter. Im Prinzip ein richtig geiles Foto-Wetter.

Lerbach am Hexenstieg

Mühlenteich Lerbach

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der TeilnehmerIn ging’s dann los. Ich hatte ca. 13kg zu tragen und damit das Gewicht von meiner Wanderung auf dem Selketalstieg noch getopt. Die ersten Wanderkilometer zum Camp ging bergauf und ich fragte mich, ob ich nicht zuviel dabei hätte. Vermutlich ja.

Angeführt, betreut, unterrichtet, geleitet wurden wir übrigens von Wildnisführer Jens, der mit seiner Frau Adrenalintours ins Leben gerufen hat. Untersützt wurde er durch Thorsten, der gerne mal mit wenig Gepäck durch ferne Länder tingelt.


Nach 10min erreichte die Survival-Gruppe den Harzer Hexenstieg. Der Kurs fing nun richtig an. Das erste Mal wurden die Überlebensmesser gezückt. Von meinem KTM-Werbetaschenmesser über die Bear Grylls Gerber Messer und Klingen, die von ihrer Länge her schon in Richtung Machete gingen (sorry, das ist mein Hang zur Übertreibung) war alles dabei. Mein kleines Messer war übrigens ausreichend, zumal ich noch mein altes Victorinox Tool dabei hatte, dass bei manchen Übungen weitaus nützlicher war als die Survival-Schlachtemesser.
Langsam setzten wir den Marsch fort. Zwischendurch immer wieder ein kleiner Abstecher in die „Naturkunde“. Auch das Thema Wasser wurde behandelt. Nach knappen 3km erreichten wir unser Camp. Jetzt kam das, was wir schon früher als Kind gemacht haben: Buden bauen. Von einem vorherigen Kurs standen andeutungsweise noch ein Paar Schlafgelegenheiten, deren Bau erklärt wurde und uns als eine Art Vorlage dienten. Entweder war es meine Faulheit oder der Wille, noch ein Paar Fotos schießen zu wollen, was mich dazu verleitete, eine der alten Hütten nur etwas mit einer Plane und einem neuen Bettenbau zu modernisieren.

überleben im harz

Meine Bude – Foto: Adrenalintours

Danach nahm ich meine Kamera und schaute, was die anderen Teilnehmer so machten. Ich hatte mich ja für die Altbauwohnung im Erdgeschoß entschieden. Andere wählten das Penthouse mit tollem Blick auf das Harzvorland.

urlaub im harz

Blick auf das westliche Harzvorland

Meine Nachbarn waren ein Vater-Sohn-Team, die erfolgreich an ihrem Doppelhaus arbeiteten. Zum Schluß wurde die Bude sogar noch getarnt. Und da sag‘ mal einer, dass die heutige Jugend nur vor dem Computer sitzt.

Zu diesem Zeitpunkt bemerkte ich das erste Mal, dass ich mein Mobiltelefon nicht dabei hatte. Ich wollte jetzt nicht die Ergebnisse der Fußballbundesliga nachlesen, sondern einfach nur auf die Uhr schauen. Meine Armbanduhr hatte ich irgendwie schon vor Jahren abgeschafft. Jetzt war ich zeitlos.

Am Treffpunkt gab es nun am Lagerfeuer einen Kaffee aus der großen Kanne. Er war dünn, aber weitaus besser als gar nichts.

kaffee

Survival-Kaffee

Die Gruppe war nun fertig mit dem Bau der Schlafplätze und nach dem o.g. Kaffee führte uns Jens in das Thema „Feuer machen“ ein. Ich will jetzt hier nicht genauer darauf eingehen, aber es ist schwerer als man denkt. Besonders das Feuer am brennen zu halten, war nicht einfach.

feuer

Werkzeuge des Feuer-Machens

In meinem Magen machte sich ein unwohles Gefühl breit. Ich definierte es als Hunger. Es wurde also Zeit, das Abendessen vorzubereiten. Wir schnippelten gemeinsam etwas Gemüse, warfen es in einen großen Topf über den Lagerfeuer und brauchten nur noch zu warten. Das Warten dauerte. Wir sammelten daher für eine andere Übung ein Paar Dinge aus der Natur und machten zwischendurch noch eine kleine Survivalübung abseits des Camps.

Das Essen war fertig. Alle stürzten sich auf die Gemüsesuppe bzw. auf das Suppengemüse. Als Outback-Essen schmeckte es gut, nur dass ich keinen Teller hatte und daher aus meinem Thermo-Trinkbecher essen musste. Ich stand also nicht weit weg vom Topf.

Der Tag war aber noch nicht am Ende. Es gab noch eine Art Nachtübung im Wald. Ich war schon stolz auf meine Kopf-LED-Lampe, die den halben Wald beleuchtete, doch hier ging’s um das Gegenteil. Im Dunkeln durch den Wald. Ein wirklich interessante Lektion, die mir mit am besten gefallen hat.

Ein Teil der Gruppe ging hier bereits auf seine Buden. Der Rest setzte sich noch ans Lagerfeuer und verzehrte noch ein Paar mitgebrachte Leckerlis, wie z.B. Whiskey & Wein. Auch die ein oder andere Wurst kam zu Vorschein. Ich hatte absolut keine Ahnung, wieviel Uhr es zu diesem Zeitpunkt war. Das war aber auch komplett unwichtig, denn unter dem Sternenhimmel ließ es sich am Lagerfeuer mit etwas Glen Els (meine Rucksack war am nächsten Tag 600g leichter) aushalten.

sternenhimmel-harz

Sterne & Feuer & Whiskey

Das Bett rief. Mein Schlafsack war doch eher dünn und ich erwartete etwas Kälte in der Nacht. Auch der Alkoholgenuß war hier sicherlich nicht von Vorteil. Doch es kam ganz anders. Mir war nachts zu warm und ich zog nach und nach immer mehr Klamotten im Schlafsack aus. Geschätzt habe ich 6 Stunden geschlafen und leider etwas geschnarcht. Mehr als im Vorfeld gedacht.

Morgens dann wieder Kaffee aus der blauen Kanne. Schön. Die nächsten Einheiten befaßten sich mit Wasser, Feuer und Essen. Dazu zählte auch das Essen/Zubereiten von Heuschrecken. Ich war da nicht so motiviert und beließ es beim Zuschauen. Einen Zwang zur Teilnahme gab’s übigens bei allen Übungen nicht.

feuer-harz

Feuer machen.

Der Survivalkurs näherte sich dem Ende. Wenn man so in die Runde schaute, sah man müde, aber zufriedene Gesichter. Pünktlich um 16:00Uhr erreichten wir wieder den Ausgangspunkt in Lerbach.

Auch während des Kurses hatte ich mich gefragt, wieso man an einem Survival-Training teilnimmt. Den Grund, dass ich einmal in eine solche Überlebens-Situation kommen könnte, halte ich für unwahrscheinlich. Aber es waren 28 Stunden in der Natur und förmlich außerhalb der Gesellschaft. Das Telefon zu Hause zu lassen war eine gute Entscheidung. Mit dem kann man auch weder Feuer machen noch Wasser abkochen. Durch die Übrungen wurde natürlich auch der Horizont in Sachen Naturkunde und eigenes Vermögen erweitert. Durch das einfache und „wenige“ Essen wird man etwas „back to the roots“  geführt, da es uns im Alltag in der Regel so einfach wie möglich gemacht wird. Das Wissen nun aber anzuwenden ist nicht so einfach. Man könnte jetzt alle 4 Wochen mal 24h im Wald verbringen. Es ginge schon, aber ist nicht erlaubt. Der Kurs von Adrenalintours war angemeldet/genehmigt/gestattet. Aber vielleicht kann ich als erstes mal einen Kaffee während meinen Wanderungen durch den Harz selber zubereiten oder den Harzer Hexenstieg mal ohne Verpflegung erwandern. Mal sehen, wie sich das Erlernte weiter umsetzen läßt.

Die nächste Stufe des Kurses ist übrigens ohne Gepäck, d.h. nur die Kleidung, die man an hat und ein Messer sind erlaubt. Da muss man sich dann den Whiskey selber vorort brennen. –> Survival mit dem Messer

2 Kommentare

  1. Ich möchte 2 Freunde mit ein Survial Wochenende überraschen.
    ich habe nichts über Kosten und Termine gelesen

    • Hexenstieg-Profi Stephan

      Hallo! Ich selber biete keine SurvivalTouren an, sondern habe nur einem einem teilgenommen genommen. Hierfür empfehle ich das Unternehmen Adrenalintours!

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