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Wandern im Harz: Oberharzer Wasserregal

Deutscher Wandertag 2014 – Wanderung SO12

5,9km Gesamtlänge, davon 4,6km unter Tage und 1,3km über Tage

Wandern im Harz auf eine andere Art und Weise. Bevor ich mit meinem Bericht über die Wanderung beginne, will ich erstmal auf das Wort „Wasserregal“ eingehen. Obwohl ich schon ettiche Kilometer entlang des 500km langen Grabensystem im Oberharz gewandert bin, war mir die eigentliche Bedeutung nie so richtig klar. Aber seit gestern weiß ich es nun: Es handelt sich hier schlichtweg um ein Königsrecht. Folglich ging die Wanderung durch das Oberharzer Wasserwirtschaftssystem. Wandern im Wasserregal macht also keinen Sinn.

Der nun folgende Bericht wird größtenteils aus Fotos bestehen, wobei ich hier vorweg nehmen muss, dass das Fotografieren nicht immer einfach war. Wir ging ständig im Wasser, die Temperaturunterschiede bei den Ein- und Ausgängen ließen das Objektiv beschlagen und durch das wenige Licht, die begrenzte Zeit und das fehlende Stativ konnte ich nur rauschig aus der Hand mit einem max. ISO-Wert fotografieren. Die Teilnehmer bzw. Wanderer habe ich immer von hinten aufgenommen. Vorne wären wohl nur die Lichter der Taschenlampen auf dem Foto zu sehen gewesen. Weiterhin spiegeln die Fotos durch das Blitzlicht nicht wirklich das wieder, was wir mit unseren Augen gesehen haben, denn in Wirklichkeit war alles viel dunkler.

Bereits vor 3 Monaten hatte ich Sandra und mich zu dieser Wanderung, im Zuge des Deutschen Wandertages 2014 ausgeschrieben, angenmeldet. Die Ausschreibung war schon recht eindeutig. 4,6km unter Tage und die Teilnehmer müssen in der Lage sein, längere Zeit gebückt zu gehen, erweckte in mir ein großes Interesse. Wir waren gespannt.

Sonntag Morgen um 8:40Uhr parkten wir an der Pixhaier Mühle und liefen kurz rüber zum Bärenbrucher Teich, dem Treffpunkt der Wanderung direkt am Harzer Hexenstieg. Es regnete. Im Laufe der Zeit oder besser im Laufe des Regenwassers sammelten sich ca. 30 Teilnehmer am Überlauf des Teiches. Obwohl die Wanderung ursprünglich auf 20 Wanderer begrenzt war, konnten die Mitarbeiter der Harzwasserwerke, Ausrichter dieser Veranstaltung, die Gruppe gut unter einen Hut bringen. Nach einer Begrüßung im Regen, der Ausgabe von Watstiefeln, dicken Regenjacken, Helmen und Taschenlampen, fuhren wir in 2 Gruppen in den Schacht ein. Glück auf!

Wandern im Harz

Start am Bärenbrucher Teich am Harzer Hexenstieg

Wer das ganze aus der Ferne beochtet hat, wird sich bestimmt heute noch fragen, wie 30 Personen in diesem kleinen Häuschen verschwinden können. An dieser Stelle führte eine Leiter 5-6 Meter tief in den ersten Wasserlauf unter Tage. Es wurde naß, glittschig und dunkel. Wir standen nun alle im Wasser. Und los ging’s. Es dauerte nicht lange, bis ich das erste Mal mit meinem Helm an der Decke des Schachts anstieß.

wasserwirtschaft-1

Der erste Abschnitt war knapp 70 Jahre alt und somit der jüngste. Die Höhe war im Laufe der gesamten Wanderung unter Tage im Mittelmaß  ca. 165cm. Manchmal musste man gebückt gehen, doch ab und zu konnte man auch seine volle Körpergröße ausfahren. Ohne diese „Pausen“ wäre es wirklich hart geworden.

wasserlauf unter Tage

Zwischendurch wurden verschiedene Dinge erklärt. Leider bekam ich am Ende der Gruppe nicht viel davon mit. Das war jetzt aber nicht weiter wild, denn schon die ersten Meter im Wasserlauf machten einfach Spaß. Ich hab‘ bestimmt die ganze Zeit gegrinst 🙂

Erklärungspause unter Tage

Nach knapp 1.000m (glaube ich) endete der erste Schacht / Wasserlauf. Ich glaube jeder war bereits von Beginn an von dieser besonderen Wanderung durch das Oberharzer Wasserwirtschaftssystem begeistert. Über eine Leiter kletterten wir aus dem Graben. Es hatte aufgehört zu regnen. Der Temperaturunterschied von 8°C im Wasserlauf zu den ca. 20°C über Tage war spürbar. Weiter ging es entlang am Damm eines Teiches zum nächsten Einstieg.

wasserwirtschaft-3

Schachthöhe ca. 1,40m

Dieser war am niedrigsten. Hier mußte sogar Sandra, die vor mir ging, mit ihren 1,58m gebeugt durch den Wasserlauf gehen. Auf dem Foto kann man die Relationen ganz gut erkennen.

Erklärungen über Tage

Am Fuße des Hasenbacher Teiches bei Buntenbock gab es wieder ein Paar interessante Daten und Fakten, sowie den Vergleich zu anderen Wassersystemen in Europa. Unser Wanderführer vom Harzclub erklärte auch die Funktion einer Widerwaage. Da hatte ich wieder etwas gelernt.

Schutzhelm Wanderung

Bereits zu diesem Zeitpunkt schaut ich mir die Kratzer und Einschläge auf meinem Helm an. Oh jee.

Wanderung im Harz

Oberharzer Wasserwirtschaft

Es folgten weitere Wasserläufe unter Tage, bis wir  mitten im Wald das Tageslicht erblickten.

wandern-im-wasser

Durch den hohen Farn kam auch etwas Urwald-Feeling auf.

wasser-wandern im Harz

oberharzer-wasserwirtschafts-system

wandern im harz

Der letzte, in diesem Fall der Wanderführer Nr.2, verschloß am Ende die Wasserläufe. Übrigens konnte er mir immer wieder ein Paar Fragen beantworten. Ich hatte meinen eigenen Guide.

historischer wasserlauf

Wasserwirtschaftssystem

Den höchsten Wasserstand erlebten wir gegen Ende der Wanderung. Es ging bei mir bis über die Knie und bei Sandra war zum Teil die Regenjacke im Wasser.

wasser-wanderweg

wasserwirtschaft-4

Das gebückte Wandern.

grabensystem

Übergang zu einem tieferen Schacht

Übergang zu einem tieferen Schacht

Nach gefühlten 7 Wasserläufen unter Tage erreichten wir gegen 13:30Uhr das Ziel am Rosenhof in Clausthal. Obwohl wir nur knappe 6km gewandert waren, war ich am Ende etwas geschafft. Das gebeugte Wandern und das waten durch das Wasser erforderte doch mehr Kraft als bei einer Wanderung über Tage.

Wassersystem-erklärung

Den Abschluß bildete eine kurze Erklärung der zurückgelegten Strecke anhand einer Karte. Auf dem abschließenden Rückweg zur Pixhaier Mühle gönnten wir uns etwas Kaffee und Eis und machten ein abschließendes Foto von der blauen Holzkirche.

Marktkirche zum heiligen Geist

Marktkirche zum heiligen Geist

Fazit der geführten Wanderung unter Tage

Einfach toll. Und noch einmal vielen Dank an die Harzwasserwerke und ihre Mitarbeiter, sowie den Tourguides vom Harzclub. Leider habe ich die Namen der eben genannten nicht mitbekommen.

Ich werde jetzt schon einmal schauen, ob ich an weiteren Wanderung aus dem Angebot des Deutschen Wandertages 2014 teilnehmen kann. Zusätzlich werde ich auch mein Wissen rund um das „Oberharzer Wasserregal“ durch Besuche weiterer Einrichtungen in und um Clausthal-Zellerfeld erweitern. Ein absolut interessantes Thema.

Viele Infos, z.B. Daten und Fakten zum Wasserwirtschaftssystem, bekommt Ihr auf der Seite der Harzwasserwerke und beim Bergbaumuseum Clausthal-Zellerfeld.

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